Meine Zusammenfassung der Löschdiskussion um den MOGiS Artikel
November 4, 2009
Eines vorneweg: einige der Links, die ich hier veröffentliche werden mit der endgültigen Löschung des MOGiS Artikels aus dem Benutzernamensraum am 6. November nicht mehr verfügbar sein. (soviel schon mal zur Transparenz von Entscheidungen in der deutschen Wikipedia) [Zusatz: der Artikel wurde zu Dokumentationszwecken in eine separate Mediawiki-Installation eingespielt]
Ein zweites vorneweg, ich habe das schon in dem Artikel hier geschrieben, möchte es aber nochmals wiederholen:
“Ich denke eines der aktuellen Probleme der Wikipedia ist die Spannung zwischen den Zielen die die Wikipedia-Elite hat und dem was der gemeine Netzbürger von der Wikipedia erwartet.”
Die Wikipedia ist am Ende genau so relevant, wie sie nützlich ist.
Eine der Fragen, die wiederholt an mich gestellt wurden, war, warum ich den Artikel zu MOGiS in der Wikipedia angelegt habe. Dies habe ich unter anderem deswegen getan, weil in der Wikipedia verschiedentlich auf den noch nicht existierenden Artikel zu MOGiS verwiesen wurde, zum Bespiel im Artikel “Sperrungen von Internetinhalten in Deutschland“.
Mir wurde dann unter anderem empfohlen den Artikel selber anzulegen, andere würden den dann schon ausbauen.
Für das Anlegen des Artikels habe ich dann auch ganz offen den Mogis-Wikipedia-Account und keine Sockenpuppe benutzt, wie man das sonst vielleicht tun würde, wenn ein Interessenkonflikt besteht und man diesen verschleiern wollte.
Der von mir angelegte Artikel war auch wirklich sehr schlecht. Der Artikel bekam dann auch einen Hinweis zur Qualitätssicherung woraufhin er relativ schnell auf Wikipedia-Format gebracht wurde.
Vom ursprünglich von mir verfassten Artikel war also nach weniger als 30 Minuten schon nichts mehr übrig.
Ein Vorwurf einiger Wikipedianer in der Löschdiskussion war die gefühlte Irrelevanz von MOGiS. Dem möchte ich entgegnen, dass Relevanz sowieso ein Zielgruppenphänomen ist, eine gesamtgesellschaftliche Relevanz also eventuell ein viel zu hartes Kriterium für eine Online-Enzyklopädie sein dürfte.
Es sind aber wenigstens drei weitere Dinge, die mich wurmen.
Das erste ist, dass Wikipedia ihre eigenen Relevanzkriterien nicht ernst nimmt:
Als relevant gelten Vereine, Verbände und Bürgerinitiativen
* die eine überregionale Bedeutung haben oder
* die besondere mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen oder
* die eine besondere Tradition haben oder
* die eine signifikante Mitgliederzahl aufweisen.
Davon erfüllen wir mit dem Verein MOGiS (inzwischen ein e.V.) wenigstens zwei Kriterien.
Dass andererseits Relevanz durch Mitgliederzahl kein Kriterium sein kann, war eigentlich schon relativ früh in der Diskussion klar, weswegen der Versuch uns zur Herausgabe der Mitgliedszahlen zu bewegen nicht wirklich überzeugte.
Was mich aber an der Löschdiskussion gestört hat, war, wie versucht wurde unseren Ruf zu beschädigen.
So wurde unsereren Mitgliedern nachgeforscht und Zweifel an deren Motivation bei MOGiS mitzuarbeiten in der Löschdiskussion thematisiert.
“…. ist die Anzahl der Mitglieder, die dermaßen selbst betroffen sind geradezu konstituierend für die Relevanz eines Vereins“
Es wird hier also ein anderer Begriff von Relevanz verwendet, als der, der für die Aufnahme in die Wikipedia spricht.
Ich finde auch gerade an dieser Äußerung zeigt sich doch sehr deutlich, dass es hier nicht um einen Artikel über MOGiS in der Wikipedia, sondern um eine Fortsetzung der Löschdiskussion ging.
Danach wurde dann vom selben Nutzer durch Verschiebung des Artikels nach “Christian Bahls” versucht die Relevanzdiskussion um MOGiS auf die Diskussion um die Relevanz meiner Person zu verschieben.
Als rufschädigend fand ich den Versuch MOGiS durch die Behauptung zu diskreditieren, dass es MOGiS als Verein gar nicht gäbe. -> Dass wir bei diesem brisanten Thema möglichst versucht sind die Identität der Mitglieder zu schützen schienen einige nicht zu verstehen.
Denn mal ehrlich, wozu führt ein öffentliches Outing als Missbrauchsopfer?
“Christian Bahls ist missbraucht worden …“
Welche Folgen dass für meine nächste Jobsuche hat, weiss ich jetzt noch nicht ..
Insgesamt bin ich mir nicht so sicher, ob es die Relevanzkriterien oder eher die Intransparenz von Entscheidungswegen sind, die hier das größere Problem darstellen.
Ingesamt wirkt die Anwendung der Relevanzkriterien zur Löschung von Artikeln teilweise willkürlich.
Dies auch durch die Anonymität der entscheidenden Admins. Zu diesem Zustand trägt die Wikipedia auch bei, indem sie Mitgliedern vorschlägt wenig bis keine persönlichen Informationen in Ihren Benutzerprofilen vorzuhalten.
Nutzer-Seiten, die darauf hinweisen, wer der Accountinhaber ist werden teilweise rabiat gelöscht, so wie es mir auch mit dem Mogis-Account passiert ist.
Die Wikipedia hat ja nicht mal den Anspruch demokratisch zu sein, dies wird auch offen kommuniziert, die Löschentscheidungen sind keine Mehrheitsentscheidungen, in der Löschdiskussion zu Fefes Blog:
“Das hat nichts mit Demokratie zu tun – und Wikipedia ist keine Demokratie. –Matthiasb 03:26, 23. Okt. 2009″
Relevanz liegt am Ende immer im Auge des entscheidenden Admins, wer auch immer das gerade ist, welche Interessen dieser auch immer gerade vertritt.
Die Relevanz über die Popularität zu messen ist meines Erachtens auch keine gute Idee, denn mal ehrlich: Wer würde in einer Bibliothek Seiten aus einem Lexikon herausreissen, weil sie nicht oder selten gelesen werden?
Ein Punkt wäre doch schon mal, dass man wegen Irrelevanz/OriginalResearch/Theoriefindung gelöschte Artikel und die dazu gehörige Diskussion auch weiterhin abrufen könnte:
“Dieser Artikel wurde wegen … gelöscht, wenn Sie ihn trotzdem sehen wollen, dann klicken sie bitte [hier]“
Das würde doch erst mal ein Mindestmaß an Transparenz wiederherstellen. Mit der Artikellöschung werden ja auch immer die Diskussionsseiten zum Artikel mitgelöscht. Dann könnte man sich wenigstens noch selber ein Urteil bilden, ob der Artikel wirklich so irrelevant war.
Zumal die Wikipedia nicht wirklich ein Platzproblem hat. Denn: Die gelöschte Artikel bleiben mit der kompletten Verlaufsgeschichte in der Datenbank.
Sie sind dann aber eben nur noch für Admins einsehbar.
Gelöschte Artikel verbrauchen also nicht mal weniger Platz in der Datenbank.
Es ist schon ok, wenn es in der Wikipedia Artikel wie Bauchnabelfussel gibt. Ich finde zum Beispiel in der englischen Wikipedia die Artikel zu der von Terry Prattchet beschriebenen Scheibenwelt phantastisch. :)
Mir tut es im Momen ehrlich gesagt ein bischen Leid um den Elan und die Lebenszeit, die mit der entgültigen Löschung des Artikels aus dem Benutzernamensraum am 6 November weggeworfen wird.
Der Artikel wurde immerhin über 150-mal bearbeitet/verbessert.
Ein Nutzer hat nach eigenen Angaben mehr als 10 Stunden mit der Verbesserung des Artikels und die Diskussion drumherum investiert.
Auch gerade die Löschdiskussionen um den MOGiS Artikel, sowie die Artikel zum AK Zensur und das Fefe Blog haben meines Erachtens sehr deutlich gezeigt, wie interessegeleitet inzwischen Entscheidungen in der Wikipedia gefällt werden.
Schließlich wurde am Ende nicht nur der MOGiS Artikel gelöscht, sondern fast alle Erwähnungen (und damit Verlinkungen) in anderen Artikeln entfernt.
Das ging soweit, dass im Artikel um die Kontroverse zum Zugangserschwerungsgesetz die Erwähnung einer Demonstration (der Sperrwache vom 17.4. bei der Vertragsunterzeichnung) entfernt wurde, weil auch MOGiS dazu aufgerufen hatte.
Ich denke die Wikipedia in Deutschland sollte sich ernsthaft Sorgen um ihr Ökosystem machen. Vielleicht schreckt sie immer mehr produktive Leute ab, während administrativ orientierten Personen oder Personen mit spezifischen Interessen im Projekt verbleiben.
Christian Bahls
Auf zu neuen Ufern ..
September 11, 2009
(Vorneweg ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Wir würden ja gerne mit Frau von der Leyen reden ..)

Am Sonnabend dem 12.09.2009 findet vor der Demonstration „Freiheit statt Angst“ in Berlin die MOGiS-Mitgliederversammlung statt. Auf dieser wird voraussichtlich der folgende Satzungsentwurf verabschiedet. MOGiS wird damit dann mittelfristig in einen e.V. übergehen.
Ich möchte diese Gelegenheit nutzen um ein paar persönliche Worte loszuwerden.
PS:Zuerst möchte ich auf den Vereinsnamen eingehen. Mir behagt das Wort “Opfer” im Namen nicht so sehr – das tat er eigentlich schon bei der Gründung nicht -MBGIZ oder MÜGIS waren aber nicht sooo knackige Namen. MOGiS ist ja jetzt als Marke relativ erfolgreich etabliert, für den Moment schlage vor zu sagen: “MOGiS: eine Stimme für Betroffene”
Das Wort “Opfer” hat eine Eigendynamik, der auch ich mich nicht wirklich erwehren konnte[0]. Ich habe zwar in einem gewissen Sinne lebenslänglich, bin aber auch mehr als nur Opfer sexuellen Missbrauchs[1]. Nicht alle meine Regungen und Gefühle werden durch irgendwelche Kindheitstraumata bestimmt.
Aus meiner jetzigen Warte, würde ich dazu raten zu sagen: “Ich wurde [als Kind] [sexuell] missbraucht/misshandelt” .. mit der Aussage und der Einstellung: “Ich bin Opfer sexuellen Missbrauchs” mache ich mich selber zu einem Ding[2] und werfe mich zudem zurück in die Zeit, als ich wenig Kontrolle über und wenig Wissen um die mit mir geschehenen Handlungen hatten.
Diese Auseinandersetzung sollte meines Erachtens nicht ständig geführt werden und kann es wohl auch nicht – Manchmal braucht es eben Urlaub vom Opfer-sein :).
Die Opferrolle gibt zudem vielleicht die Möglichkeit die Wärme und Zuneigung zu bekommen, die man braucht. Dies aber zu einem hohen Preis. man verliert eine Teil der eigenen Initiative. Die gesellschaftlich akzeptierte Opferolle ist meines Erachtens viel zu klein um wirklich hilfreich zu sein.
Vielleicht hilft es ein wenig, wenn wir einerseits etwas freier äußern, wenn wir Nähe oder Verständnis brauchen und andererseits wahrnehmen, dass unsere Mitmenschen eben dieser Nähe und Verständnis bedürfen – und dies auch ohne, dass es dafür dann einen speziellen Grund geben muss -> Mensch-sein sollte Grund genug sein.
Weiterhin glaube ich, dass wir bei MOGiS jetzt so langsam die Mischung an Aktiven bekommen[3], die es mir erlaubt, etwas in den Hintergrund zu treten.
viele liebe Grüße
Christian Bahls
[0] wie man vielleicht zwischenzeitlich gemerkt hat
[1] obwohl ich ehrlich gesagt finde, es gibt nicht den Missbrauch .. Jeder Gebrauch eines Menschen ist ein Missbrauch – weil es Ihn entmenschlicht, zu einem Ding macht und damit seiner Würde und Selbstachtung beraubt.
[2] indem ich meine Individualität der Rollenvorstellung von “Opfer sexuellen Missbrauchs” unterordne
[3] trotzdem, oder gerade: deswegen, möchte ich jeden Interessierten auffordern sich in MOGiS einzubringen. Wer Sonnabend dabei sein möchte meldet sich am besten heute per Email oder über unser Kontakttelefon: +49 176 78588016
Mit Frau von der Leyen reden ..
September 7, 2009

In der ganzen Debatte um Internetsperren fällt auf, dass der Protest von Opferverbänden (wie z.B. auch Trotz Allem e.V.) gegen die Sperren im Ministerium ungehört verhallt zu sein scheint.
Wir würden deswegen gerne endlich mal persönlich mit Frau von der Leyen reden.
Obwohl wir seit unserer Email vom 13. April 2009 (und den dazugehörigen Telefonaten), sowie spätestens seit unserem Besuch auf der Rio-Nachfolgekonferenz[1] in Berlin am 30. Juni 2009, wenigstens dem Staatssekretär Hoofe und der Abteilungsleiterin Frau Dr. Niederfranke persönlich bekannt sein sollten, hat es das BMFSFJ bisher tunlichst vermieden den Kontakt mit uns zu suchen.
Deswegen möchte ich an dieser Stelle mal etwas vielleicht ungewöhnliches versuchen:
Ich möchte jeden, der ein Interesse am Zustandekommen eines (halb-) öffentlichen Treffens zwischen Frau von der Leyen und MOGiS vor der Bundestagswahl hat, bitten, den Kontakt mit dem Ministerium und Frau von der Leyen zu suchen und nachzufragen, ob sie nicht vielleicht zu einem Gespräch mit MOGiS zur Verfügung stehen möchte.
Vielleicht ergibt sich so ja die Möglichkeit über einige der Schwächen, Lücken und Fehler, die wir in ihrer Argumentation sehen, zu reden.
Als Kontakte bieten sich an:
- 030 20655 1050 Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
- 030 20655 1005 Das Ministerbüro (der heiße Draht .. seid bitte extra freundlich zur Frau Schwarz, sie macht dort nur ihren Job, danke :)
- 030 20655 1060 Pressestelle (vielleicht nach Herrn Flosdorff fragen) auch: presse@bmfsfj.bund.de
- 030 20655 1905 Büro Frau Dr. Niederfranke (die zuständige Abteilungsleiterin; wir wollen aber mit Frau von der Leyen persönlich reden!)
- Allgemein ist der Kontakt möglich unter: poststelle@bmfsfj.bund.de
Erfahrungsgemäß funktioniert ein freundlicher Anruf mit nachfolgender und angekündigter E-Mail am besten (nach direkter E-Mail Adresse fragen). Briefe oder Faxe sind natürlich auch möglich.
Ich würde darum bitten, höflich und freundlich zu fragen, ob es sich nicht vielleicht einrichten lassen würde, dass Frau von der Leyen vor der Wahl mit dem Verein “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren” an einem neutralen Ort Ihrer Wahl über die Problematik “Internetsperren & Opferschutz” redet.
Die Kontaktdaten wurden gerade noch einmal in einer E-Mail mit dem Betreff “Kontaktdaten MOGiS” [2] an das Ministerbüro und die Pressestelle versandt.
vielen Dank im Voraus
und viele Grüße
Christian Bahls
Vorstand MOGiS
Mit der Bitte zum Weitersagen.
PS: Wenn Ihr wollt, dann dokumentiert Eure Kontaktaufnahme doch hier in den Kommentaren :) .. Zahlreiche Verlinkungen sind uns natürlich auch willkommen :)
PPS: Frau von der Leyen steht auf Listenplatz 1 der Landesliste der CDU für Niedersachsen. Außerdem ist sie Direktkandidatin der CDU im Wahlkreis 043 (Hannover II). Vielleicht gibt es auch dort Möglichkeiten sie zu kontaktieren (vielleicht hier in den Kommentaren bekannt geben). Frau von der Leyens hat übrigens auch einen Auftritt bei Abgeordnetenwatch.
#fußnoten:
[1] aus deren Teilnehmerliste wir interessanterweise verschwunden sind.
[2] Message-IDs:
<3fe5360d0909050540v3da138b8q982fba1c99e530f3@mail.gmail.com>
<3fe5360d0909050621n4ecf8bdo76d9f3eae730bc5d@mail.gmail.com>
Warum man mit Kooperation weiter kommt ..
August 24, 2009

Im Artikel “Die unsägliche Argumentation einer Frau von der Leyen” hatten wir ja in den Kommentaren eine kurze Unterhaltung zum Thema Posenphotos.
Daraufhin hat uns ein Leser auf Posenphotos bei einem japanischen Freehoster (auch Hosting Provider genannt) hingewiesen.
Die meisten Provider haben Acceptable Use Policies. Diese sind häufig deutlich enger gefasst, als die Gesetze des Landes in dem die Server angesiedelt sind.
Mit dem Verweis auf dessen eigenen AUP’s kann man den Hoster bitten, die Seiten zu entfernen und den Nutzer-Account zu sperren. Ich habe also folgende E-Mail an den Hoster geschrieben:
konnichiwa
watashino namae Christian Bahls(kulisuchia-n ba-lusu) desu.
watashiwa doitsujin desu.watashiwa nihongo sukoshi dake hanashimasu
sore kara eigo de kakimasu.Dear Mr./Mrs,
it was brought to our attention that one of your customers
hosts sexually explicit contents showing naked children
at one of your hosts:http://kleinekinder.blog.hoster.jp[1]
We believe that it is in line with your acceptable use policy[2]
to remove that content from your website and block the
upload to that customers account.You would be really grateful if you could remove this images.
We would also be really thankful for a reply.
domo arigato gozaimasu
yours
Christian Bahls
Der Freehoster hat zwei Tage später wie folgt geantwortet:
Dear christian
we deleted the following blog site and user’s account immidiately.
Please check it.Thank you for your request.
Hoster
Naja .. das BKA hätte die Seite wahrscheinlich einfach widerrechtlich auf die Sperrliste gesetzt (dabei wären die Inhalte [nach BGH-Urteil] in Deutschland wahrscheinlich sogar legal – wenn eben auch moralisch verwerflich).
Die Begründung wäre gewesen, dass sie als Behörde ja keinen Druck auf einen Hoster in Japan ausüben können. Für das BKA scheint es nur die Möglichkeit zu geben, Zwang auszuüben, es will wohl einfach nicht kooperieren.
Viele Dinge löst die Zivilgesellschaft am besten unter sich. Dieses Prinzip nennt sich Subsidiarität. Wie im oben geschilderten Fall kann eine nette freundliche E-Mail manchmal kleine Wunder bewirken.
Christian Bahls
PS: Wer möchte, kann diesen Artikel gerne auch weiterzwitschern.
[1] Eine sinngemäße Umschreibung
[2] Zitat aus den Terms of Service des Providers:
9. Prohibited Activities
The following is a partial list of the kind of Content that is illegal or prohibited to post on or through the FC2 website. FC2 reserves the right to investigate and take appropriate legal action against anyone who, in FC2′s sole discretion, violates this provision, including but not limited to, removing the offending communication from the FC2 services and terminating the membership of such violators. If FC2 terminates your Membership because you have breached the Agreement, you shall not be entitled to the refund of any unused portion of subscription fees. You agree not to use FC2ID service to:1. Disturb public order or upset social customs
Upload, post, email or otherwise transmit any Content that contains nudity, violence, or offensive subject matter or contains a link to an adult website and exploits people in a sexual or violent manner. According to the discretion of FC2, such as the violation of these provisions, will be immediately deleted without warning.
Sehr geehrter Herr Ehrmann,
mit Entsetzten habe ich Ihre Einlassungen zum Urteil gegen den Bundestrainer E. K. gelesen.
Sie wenden sich dort gegen die Möglichkeit der Strafmilderung durch vollumfängliches Geständnis, welches die Notwendigkeit einer Zeugenaussage durch Missbrauchsopfer erübrigt.
Sie sind anscheinend der Auffassung, den Kindern wäre eine Aussage vor einer Kamera zuzumuten.
Dazu möchte Ich Ihnen eines sagen: Die Aussage vor einer Kamera ist sicherlich weniger traumatisierend als eine Aussage in Gegenwart des Täters, es ist aber trotzdem nicht unbedingt förderlich sich vor einer (durch die Kamera vermittelten) Öffentlichkeit soweit entblößen zu müssen.
Für mich war es schon schwierig genug, mich überhaupt öffentlich dazu zu bekennen, als Kind sexuell missbraucht zu worden zu sein. Die Umstände der Tat erzählen zu müssen scheint noch teilweise möglich. Den Herrgang schildern zu müssen scheint mir unmenschlich. Das Stigma der Tat klebt eben (gerade bei Jungen) auch am Opfer.
Auch sollte man nicht vergessen, dass eine aktive Beschäftigung mit diesem Thema zu einer Retraumatisierung und damit zu einer psychologischen Krise führen kann.
Eine Vermeidung von weiteren Belastungen der Opfer durch geständige Täter ist also meines Erachtens uneingeschränkt zu begrüßen.
Ich möchte Sie hiermit bitten, sich über die Formen und Folgen sexuellen Missbrauch an Kindern zu informieren.
Weiterhin möchte ich Sie zu einem sensibleren Umgang mit den Themen Missbrauch/Misshandlung ermutigen.
viele Grüße
Christian Bahls; Vorstand und Gründungsmitglied MOGiS
Verein MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren
PS: Ich verstehe auch nicht wirklich was sie mit Ihren Forderungen nach harten Strafen erreichen wollen. Geht es Ihnen um Publicity? Machen Sie PR mit dem Thema “sexueller Kindesmissbrauch”?
PPS: Wird mit verschärften Strafandrohungen das Dunkelfeld vielleicht nicht eher vergrößert? Entdeckung hätte dann noch drastischere Folgen.
PPPS: Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass eventuell immer dann Kinder bei oder nach sexuellem Missbrauch ermordet werden, wenn das Thema gerade so aufgeheizt medial präsent ist wie jetzt?
Man kann diesen Artikel weitersagen.
Traci Lords und das Märchen von der Freiwilligkeit
Juli 13, 2009
Oder auch: “Das ist es, was ich immer wollte – das jedermann mich lieb hat” [1]

Ich war ja schon teilweise auf Bodos Äußerungen zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und die Dokumentation derselben eingegangen.
Nach und durch ein Kurzgeplänkel mit Schutzalter-Donald ist mir diese ganze Diskussion um einvernehmliche Sexualität von und mit Jugendlichen wieder unangenehm aufgestoßen.
Diese wird immer gerne dann geführt, wenn es um die bildliche Darstellung derselben und deren Verbreitung/Besitz geht (§184c StGB).
- Bodo Thiesen und seine politischen Forderungen (unter anderem auch die nach Abschaffung des §184c StGB)
- Schutzalter-Donald und seine Bestrebungen den §184c zu ‘klären’
Als Beispiel für die Forderungen doch bitte nicht die Sexualität der Jugendlichen mit einem Darstellungsverbot zu belegen, wird gerne die ‘naturgeile’ Traci Lords herangezogen. Dies dann am besten noch mit Ihrem deutschen Wikipedia-Artikel als Quelle.
Dies möchte ich so nicht länger dulden. Insbesondere die Darstellung der Biographie in der deutsche Wikipedia ist grenzwertig und bedarf meines Erachtens einer deutlichen Überarbeitung.
Warum der Eindruck entstehen könnte, die deutsche Wikipedia biete pädophilen Aktivisten eine Platform
Als erstes möchte ich anregen, den deutschen und den englischen Wikipedia Eintrag zu dieser Frau mit dem Augenmerk auf Unterschiede zu lesen.
Traci Lords ist nach eigenen Angaben mit 10 vergewaltigt worden, Ihre Mutter verlässt den Vater als Traci 12 ist. Später wird sie vom Freund ihrer Mutter belästigt. Sie wird mit 15 schwanger, treibt ab, flüchtet von zu Hause.
Sie flüchtet allerdings nicht nicht einfach nur mit bzw. zu einem dreißig Jahre älteren Mann, der sich als ihr Stiefvater ausgibt (deutsche wikipedia). Vielmehr ist dieser Mann der oben schon erwähnte (jetzt aber Ex-)Freund ihrer Mutter und Kokain-Dealer.
Dieser ‘Stiefvater’ bringt nun Lords zu einer Modellagentur “World Modeling von Jim South” der zu den “big dogs” der Pornoindustrie gehörte. (http://www.trutv.com/library/crime/criminal_mind/sexual_assault/traci_lords/4.html).
Für die Aufnahmen wiederum musste aus der 15jährigen Lords eine zumindest volljährige Lords werden. Das ging nur mit einem gefälschten Dokument. “Sie benutzte dann die Geburtsbescheinigung der Schwester eines Freundes und einen damit erlangten Führerschein, um Volljährigkeit vorzutäuschen und so in der Pornoindustrie Fuß zu fassen.” schreibt hierzu die deutsche Wikipedia.
Bleibt einen Beleg für diese Ausage allerdings schuldig, ganz im Gegenteil zur englischsprachigen Wikipedia, wo sich der Sachverhalt auch gleich etwas anders darstellt: “Using a fake ID provided by Roger” [dem etwas arbeitscheuen Ex ihrer Mutter, Anm. des Authors].
Problemlos ist ihr das Alter auf dem Dokument von der Industrie abgenommen worden, “da sie über eine sehr entwickelte Figur verfügte und älter aussah als 15” schreibt die deutsche Wikipedia. Eine überflüssige Aussage, die wie eine Rechtfertigung der Autoren klingt, wenn der Leser auch andere Aussagen kennt, wie zum Beispiel diese, vom Pornostar Bill Margold: “I said [...] that there’s something wrong with this girl. She sat there looking like a lump, a wet looking, unformed lump. She wasn’t formed properly. She had these conical tits, baby fat and the dullest look I have ever seen on a female. And I couldn’t put together that this was an underage female. [...]somehing stopped me from asking her if she was under 18.” (http://www.xyclopedia.net/Traci_Lords)
Zu einer der populärsten Darstellerinnen der Industrie wurde sie wohl auf Grund ihrer “enthusiastischen Darstellungen” schreibt die deutsche Wikipedia. Die englische verweist hierbei wenigstens noch auf “Lords’ youthful appearance“.
Auch die Sache mit der Freiwilligkeit steht in einem ganz anderen Lichte, wenn man die folgende Aussage in Betracht zieht: “A scared baby-fat brunette, Traci kept glancing sideways at the camera during her early performances. Her hands shook.” (http://www.xyclopedia.net/Traci_Lords)
Traci Lords macht keinen Hehl aus Ihrer früheren Tätigkeit als Pornodarstellerin. Sie behielt sogar Ihren Screen-Namen und hatte später noch eine Karriere als Schauspielerin (vielen Frauen wird sie wahrscheinlich eher als solche bekannt sein). Sie sagt aber auch: “I was from a small town. I was raped when I was ten, molested from the time I was eleven, twelve years old. By the time I ran away at fifteen, I was running from something that was pretty ugly. The streets were almost welcoming, after dealing with that kind of abuse at home. By the time I ended up in porn films, I was the perfect target for that kind of exploitation, because I was hungry. I was greedy for attention. Like any child — any human, really. I wanted to be loved; I wanted to be part of a community. As twisted as it may seem, I found all that in the porn world. Whether it chewed me up and spit me out or not, I had my needs met at the time.” (http://www.nerve.com/screeningroom/books/interview_tracilords/)
Nun ja, bekanntermaßen ist die Minderjährigkeit von Lords aufgeflogen: “Der Skandal kostete die Pornoindustrie Millionen von Dollar, da Produzenten und Handel gezwungen waren, Filme und Magazine mit Traci Lords aus den Regalen zu nehmen und zu vernichten, um nicht wegen Verbreitung von Kinderpornografie verfolgt zu werden.” (deutsche Wikipedia)
Die Frage die sich mir bei Bodo, Donald und den Editoren des Artikels in der deutschen Wikipedia stellt ist folgende: Sind diese Personen nur auf die Propaganda der PädoAktivisten hereingefallen? Oder verfolgen sie eine Agenda?
Wenn es Bodo wirklich um die Entkriminalisierung der Jugendlichen geht, warum fordert er dann die komplette Abschaffung des §184c StGB? Sinnvoll wäre dann doch wohl die eher Forderung nach der garantierten Straffreiheit von ‘Tätern’ unter 18, oder?
[Wobei sich dann die Frage stellt, wie man verhindert, dass dann die Branche auf 17-jährige Kameramänner umsteigt]
Ich weiss das könnte in einen Edit-War münden, ich würde aber darum bitten, (zumindestens) den deutschen Wikipedia-Artikel unter Beachtung eines neutralen Standpunktes grundlegend zu überarbeiten.
Dazu möchte ich hier meine Quellen über Traci Lords offenlegen:
- http://www.trutv.com/library/crime/criminal_mind/sexual_assault/traci_lords/index.html
- http://www.xyclopedia.net/Traci_Lords
- http://dir.salon.com/story/sex/feature/2003/08/01/traci/index.html
- http://www.nerve.com/screeningroom/books/interview_tracilords/
Christian Bahls; Vorstand MOGiS
MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren
PS: Man kann diesen Artikel wie immer auch weiterzwitschern.
PPS: Da dieser Artikel wahrscheinlich in den Kommentaren eine Menge Flames anziehen wird, weise ich hiermit nochmals ausdrücklich darauf hin, dass MOGiS, und insbesondere Ich, Christian Bahls, hier ein Hausrecht ausüben. Wir werden PädoAktivisten und deren Ideologie hier kein Forum bieten. Wir behalten uns also vor, Kommentare unveröffentlicht zu entfernen. Es bleibt aber jedem unbelassen diesen Artikel in einem anderen Forum geeignet zu kommentieren.
[1] http://www.xyclopedia.net/Traci_Lords “That’s what I wanted – for everybody to love me.”
MOGiS weiterentwickeln
Juli 7, 2009

(Fördermitglieder sollten eine ähnliche Nachricht schon gestern erhalten haben)
Ich hatte es ja schon einmal erwähnt:
ich würde MOGiS gerne vom Kopf auf die Füße stellen, d.h. ich finde es wäre jetzt wichtig MOGiS in einen eingetragenen Verein (e.V.) zu überführen.
Dazu bräuchten Wir zwei Dinge:
* eine knackige Satzung (ja, sorry das Update mit der Möglichkeit einer den Fördermitgliedschaft hat noch nichtmal die Webseite erreicht)
* 7 (juristische) Personen die bereit sind namentlich als Gründungsmitglieder aufzutreten. (nicht alle Mitglieder müssen namentlich bekannt sein, aber für die Gründung braucht es aber 7 namentlicht bekannte (juristische) Personen)
Bei dieser Gelegenheit würde ich gerne die Ziele von MOGiS etwas erweitern.
Durch den Kontakt mit Kinder- und Jugendschützern weiss ich nun, wie wichtig eine ausgewogene Repräsentation der Interessen von Betroffenen ist.
(Diese Leute sind mir teilweise viel zu radikal und reden auch am Thema vorbei .. wie man jetzt auch an der Diskussion zu Zugriffssperren sieht)
Auch würde ich es wichtig finden Missbrauchsformen korrekt darzustellen. Die Gewaltrhetorik der letzten Monate hat meines Erachtens dem Erkennen von alltäglichen und frühen Missbrauchsformen eher geschadet.[1]
Ich denke also es wäre eine gute Idee MOGiS zu einer Art Lobby für Betroffene weiterzuentwickeln. Ich bin da aber weitgehend ergebnisoffen.
Um diesen Prozess anzustoßen müsste man einander kennenlernen.
Ich wäre bereit ein wenig durch die Republik zu fahren um Euch kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.
Wenn Du Interesse an einer Mitarbeit hast dann melde Dich doch bitte :)
(es muss ja nicht jede(r) Mitglied werden oder sogar namentlich als Gründungsmitglied auftreten .. wir brauchen eine Satzung, ein Grundsatzprogramm, aufklärende Texte ….)
Als Kontakt schlage ich weiterentwickeln@mogis-verein.de vor.
Viele Liebe Grüße
Christian Bahls
[1] (Ich bitte im Voraus alle die um Entschuldigung, denen ich mit dieser Formulierung zu nahe trete, ich bin da offen für eine andere Wortwahl)
Warum ich die Sperren jetzt schon umgehe
April 27, 2009
Frau von der Leyen ließ sich ja nicht entblöden, gegen die 20% der Internetnutzer zu polemisieren(Artikel von Twister bei Telepolis), die in der Lage sind, die DNS-Manipulationen zu umgehen. (Ja! Es sind Manipulationen, so als wenn Ihnen jemand ein gefälschtes Telefonbuch in die Hand gibt).
Sie sagte dem Berliner Radiosender Radio Eins leicht missverständlich: “Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft”.
Liebe Frau von der Leyen, was sie da sagen, ist hart an der Grenze zur Verleumdung. Ich habe nämlich gerade gestern erst meine NamensDienst-Einstellungen geändert, das hat ungefähr 5 sekunden gedauert, und sah so aus: “sudo /etc/init.d/bind9 start”. (Für Windows zum EinfachNurDraufklicken: http://www.ccc-hanau.de/projects/dns-fix.bat)
Und nein, ich wollte keinen “dokumentierten Missbrauch” schauen. Ich war es einfach leid, dass die Stichwortsuche in meinem Browser nicht mehr funktionierte, und das nämlich seit mein Provider Kabel Deutschland die Sperrinfrastruktur angeschaltet hat (die Telekom übrigens auch schon).
Die DNS-Server liefern jetzt nämlich nicht mehr die Meldung “Kein solcher Eintrag vorhanden” (kurz: NXDOMAIN), diese wird unterdrückt, stattdessen bekommt man den Addresseintrag einer Suchseite, dorthin wird man dann auch umgeleitet. Probieren Sie es doch einfach gleich mal für Ihren Provider aus. (Eine nicht vorhandene Domain)
Ich wäre ja vielleicht wenigstens nur halb so erbost, wenn mein Zensur-Provider wenigstens mit einem Suchmaschinen-Anbieter kooperieren würde, der Ahnung hat, von dem was er da tut.
Aber bitte vergleichen Sie selbst: das Ergebnis bei DNS-Manipulation durch Kabel Deutschland .. das Ergebnis nach dem Wechseln des Nameservers.
Vielleicht sollte es einige von Ihnen auch stutzig machen, dass diese Sperren jetzt offensichtlich durch Werbung gegenfinanziert werden.
viele Grüße
Christian
Achso, Ihr könnt diese Seite auch weiterzwitschern :)
Ein Appell für Demokratie und Grundrechte ..
April 25, 2009
Da schlittert Deutschland gerade in eine tiefe Wirtschaftskrise und das Bundeswirtschaftsministerium hat nichts anderes zu tun, als seine Mitarbeiter damit zu beschäftigen Gesetzesentwürfe und Vertragsvorschläge zur vorgeblichen Bekämpfung der Verbreitung von dokumentiertem Kindesmissbrauch zu erarbeiten?
Dieses hochemotionale Thema ist natürlich hervorragend geeignet um von den anderen Problemen in diesem Land abzulenken. Auch macht es sich wohl gut als Wahlkampfthema, man kann zeigen, dass man ja schließlich etwas tut.
Wenn jemand, wie z.B. die Kandidatin für das Bundespräsidentenamt Frau Gesine Schwan, darauf hinweist, dass sich die Krise in Deutschland verschärfen könnte, dann erfolgt im im wesentlichen folgende Reaktion: “Nichts Hören! Nichts Sehen! Nichts Sagen!“
Ja stimmt, reden wir doch lieber über Kindesmissbrauch! .. Haben denn die Politiker keine Vorstellung, wie es Missbrauchsbetroffenen geht, wenn sie mit den reißerischen Darstellungen in den Medien konfrontiert werden?
Was die Politik auch gerne vergisst: Wenn die Bevölkerung das Vertrauen in die Rechtschaffenheit und die Kompetenz der Regierung verliert, dann kann es zu Unruhen kommen. Die Gesetzgebung der letzten Jahre (Vorratsdatenspeicherung, BKA-Gesetz, jetzt die DNS-Manipulationen) lässt für mich nur darauf schließen, dass der Staat sich auf eine solche schwierige Zeit vorbereitet.
Zur Durchsetzung dieser Mittel ist der Regierung jeglicher Anlass recht, zur Zeit eben auch gerne das Thema Kinderpornographie. Da brauchen wir uns doch keine Illusionen machen: Wir werden als Opfer genauso wieder in der Mottenkiste verschwinden, wie wir daraus hervorgezogen wurden.
Wie kann der Staat bloß so sehenden Auges in ein Totalitäres System abgleiten? Die freiheitlich demokratische Grundordnung und der Rechtststaat sind Garanten für die friedlichen Verhältnisse, in denen wir hier in Deutschland leben dürfen.
Wer daran rüttelt, rüttelt an den Grundfesten der Demokratie. Sie sprechen vom vielfachen Leid der MissbrauchsOpfer, aber was ist mit dem vielfachen Leid der Menschen in revolutionären Umständen?
Das Grundgesetz und die von ihm verbrieften Grundrechte haben einen Wert! Der Rechtsstaat definiert sich auch und vor allem durch die Verhältnismäßigkeit und Beschränkung staatlichen Handelns!
Das haben die Väter unseres Grundgesetzes mit viel Schmerz erfahren müssen. Diese Erfahrung ist es aber auch, welche spätestens seit der Ära Schröder zu Grabe getragen wird!
Grundrechte haben einen tieferen Sinn! Bloß weil dieser gerade nicht so klar verständlich ist, kann man sie doch nicht so einfach beiseite schieben!
Liebe Abgeordnete der SPD im Bundestag!
Am 6.Mai findet die erste Beratung zum Gesetzesentwurf statt.
Am 13.Mai findet die Sitzung des Wirtschaftsausschuss statt.
Dieses Gesetz darf so, und in dieser Form, nicht verabschiedet werden. Es bedarf mindestens einer weiteren Fachdiskussion (also wenigstens einer Expertenanhörung). Auch gehören so schwerwiegende Grundrechtseingriffe nicht ins Telemediengesetz, die Erfahrung zeigt, dass sie dort werden später beliebig weiter verschärft werden.
Wie es weiter geht habt im wesentlichen Ihr in der Hand, dazu möchte ich um folgendes bitten:
- Bitte ernüchtert vom Rausch der verfassungsändernden Mehrheit!
- Bitte lasst Euch von Eurem Koalitionspartner nicht schon wieder so an die Wand spielen!
- Und bitte: Trefft zur Abwechslung mal wieder eine Gewissensentscheidung!
Christian
(Achso, man kann diese Seite auch weiterzwitschern:))
(Ist noch nicht ganz fertig .. Thema: Ausrufezeichen .. und die kleinen Änderungen aus der Umfrage :))
(Wenn ich im Folgenden “Wir” schreibe, dann meine ich nicht nur MOGIS, sondern schließe damit auch generell diejenigen ein, die Bedenken an den aktuell diskutierten Plänen haben (schließe also die 10.000 Besucher der letzten Woche mit ein))
Liebe Frau Ministerin von der Leyen,
Sie haben am Freitag auf der Pressekonferenz im Bundespresseamt von den Beschwernissen durch einen organisierten Widerstand gesprochen.
Dazu möchte Ich Ihnen nur eins antworten: Wir sind noch gar kein organisierter Widerstand!
Das, was sie jetzt schon als organisierten Widerstand wahrnehmen, sind in Wirklichkeit bisher die Bedenken einer Menge besorgter Bürger und Bürgerinnen, die relativ unabhängig voneinander ihre Zweifel äußern; es sind genau jene Bedenken über die Sie gerade so leichtfertig hinwegzugehen belieben!
Die Politik darf aber nicht aufhören sich zu erklären. Wenn Politik aufhört sich im Dialog zu legitimieren, dann untergräbt sie die Basis des demokratischen Rechtsstaats. Auf diese Art und Weise wird langfristig der Bestand der Bundesrepublik Deutschland gefährdet!
Diese “Basta-Politik”, dieses “über die Köpfe der Bürger und Bürgerinnen hinweg regieren”, war schon unter der Regierung Gerhard Schröders schwer zu ertragen!
Wir sind doch keine kleinen Kinder! Jeder Bürger, jede Bürgerin hat seine oder ihre spezifischen Expertisen, die können sie doch nicht so einfach ignorieren. Die Politik schneidet sich so vom Wissen der Bevölkerung ab. Synergieeffekte, wie sie in gleichberechtigter Kooperation entstehen, werden so behindert.
Im WorldWideWeb entsteht seit mindestens einem Jahrzehnt so etwas wie ein globales Bewusstsein. Diesem würden Sie mit der Umsetzung Ihrer Pläne einen schweren Einschnitt verpassen!
Die Politik zeigt sich besorgt über die Politikverdrossenheit des deutschen Volkes, ignoriert aber die direkt unter ihren Augen entstehende Kultur des Betreibens von Weblogs, kurz Blogs. Da entsteht gerade eine neue demokratische Kultur!
Diese Web-Tagebücher leben geradezu von ihrer Vernetzung, deswegen müssen Blogger sich trauen können Verweise, so genannte Links, auf andere Inhalte, zu setzen und auch zu empfangen.
Viele Angebote zeigen ihre volle Entfaltung erst, wenn sie durch Links in ein größeres Netz aus anderen, ergänzenden, Information eingebunden sind. Gerade die gefühlte Gefahr beim Anbieten eines Links hat aber, auch durch die unsachlichen Diskussion der letzten Jahre, erheblich erhöht!
Mit den DNS-Umleitungen wird jetzt sogar das Klicken eines Links zu einer gefühlten Bedrohung: “Wie viele Stopp-Seiten darf ich diesen Monat wohl noch sehen, bevor mich das BKA abholt?”.Zudem man auch nicht vorher wissen kann, wohin ein Link, dem man folgt, führt. Das erzeugt Angst. Da entsteht eine Schere im Kopf: “Tu ich das jetzt und informiere mich was dort für Inhalte sind, oder mache ich das lieber nicht?”
Das ist es, was wir als Einschränkung empfinden. Wir kommunizieren dort. Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihres sozialen Lebens im Internet.
Gerade für Missbrauchsbetroffene ist es nämlich häufig hilfreich, anonym und ohne Angst bloßgestellt zu werden, relativ frei über den erlittenen Missbrauch reden zu können. Es hilft!
Sie nehmen auch uns, den Missbrauchsbetroffenen, das Gefühl der Sicherheit im Netz. Sie geben uns das Gefühl etwas Verbotenes zu tun, wenn wir anonym im Internet unterwegs sein wollen. Denn auch dafür müssten wir Ihre Zugangserschwerungen umgehen!
Sollen wir nun also diese Pest aus Scham, Ärger und Wut für immer in uns behalten? Wo sollen denn die ganzen Therapeuten herkommen um uns sonst zu begleiten?
Wer traut sich denn schon, frei über Missbrauch zu reden oder seine Sorgen in sein elektronisches Tagebuch zu schreiben, wenn er dabei überwacht werden könnte?
Das die Hintergründe, warum Wir für Meinungs- und Rezipientenfreiheit, für das Fernmeldegeheimis und, unserer eigenen Ohnmacht bewusst, für die Rechtsweggarantie kämpfen!
Das bedeuten dann auch dass wir diese Manipulation am Domain-Name-System verurteilen, warum wir eine Vorratsdatenspeicherung ablehnen, warum uns das neue BKA Gesetz solche Angst macht.
Ganz allgemein geht es uns um die Wiederherstellung einer Rechtsstaatlichkeit, welche sich durch Anerkennung von Grundrechten, der Verhältnismäßigkeit bei ihrer Einschränkung und einer funktionierende Gewaltenteilung auszeichnet!
Diese Bedenken belieben Sie ja gerade in der aktuellen Diskussion so beiläufig beiseite zu wischen. Auch gerade indem Sie mit dem Leid der (auch potentiellen) Opfer Stimmung machen!
Ich kann verstehen, dass Sie das WWW nicht als dynamisch wahrnehmen. Ich kann verstehen, dass für Sie das WWW ein Presseerzeugnis ist, schließlich werden Sie in Ihrer Funktion viele Webseiten überhaupt nur ausgedruckt zu sehen bekommen.
Aber Ich möchte Sie wirklich darum bitten, sich, vielleicht auch gerade von Ihren Kindern, ein paar neue Webangebote vorführen lassen.
Lassen Sie sich bitte zeigen, wie junge Menschen Inhalte tauschen, sie neu zusammenstellen, mit manchmal überraschenden Effekten.
Das Internet ist kein großer Pornotauschring. Stattdessen können Sie im Internet vielen Leuten bei der Kreation wunderbarer Inhalte zuschauen!
In jeder Stadt gibt es schmutzige Ecken, dort wäre es dann angemessen, die Polizei etwas häufiger vorbeizuschicken.
Aber was Sie gerade in Deutschland umsetzen entspricht eher dem Szenario: ein Polizist pro Bürger, dies im wörtlichen Sinne, wegen der Möglichkeiten moderner Technik, aber auch gerade wegen der Zensur im Kopf “Mach ich das jetzt, oder lieber doch nicht?”
Eine Art “Große Mauer”, das ist es, was sich manche Politiker unter “Kontrolle des Internet” vorstellen. Und diese Politiker sagen das sogar öffentlich. Sie lassen es sogar verschriftlichen!
Diese Leute sitzen auch und gerade in Ihrer Partei! Es ist auch Ihre Koalition der Willigen!
Wäre es nicht anstatt dieser unglaublich gefährlichen Symbolpolitik angebracht:
- Den Opfern echte Hilfe anzubieten?
- die Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verringern?
- Die Täter zu verfolgen, anstatt nur der von ihnen verbreiteten Inhalte?
- Den Pädophilen, die unter Ihren Neigungen leiden, durch Therapie helfen keine Täter zu werden?
- Kinder stark zu machen, sodass sie gar nicht die Schwachstellen haben, die Täter benutzen um sich Ihnen zu nähern?
Treten Sie bitte wieder mit Ihren Kritikern in einen konstruktiven Kontakt!
In diesem Sinne verbleibe ich,
mit freundlichen Grüßen
Ihr Christian Bahls
(PS: Ich möchte Sie wirklich eindringlich bitten, mal auf baidu.cn zu gehen, der großen chinesischen Suchmaschine. Suchen Sie dort bitte mal erst nach was völlig unverfänglichem, wie zum Bespiel: “guandong” und dann mal testweise nach “falun gong”. Oder lassen Sie suchen, wie auch immer. Ich möchte es hier nur mal ganz kurz zusammenfassen: es ist nicht Ihr Internet, das da kaputt ist!)
(Das ist mir am Freitag so richtig klar geworden: Wir müssen die Leute erreichen, die kein Internet benutzen. Das heißt entweder wir (wobei ich alle Internetbürger miteinschließen möchte) schaffen es um 20:00 Uhr zu den Abendnachrichten in die Glotze .. oder bringen eben eine Art Manifest in die Zeitung .. das zweite ist realistischer denke ich. Wer also dieses Ziel teilt: Abstimmen, Verlinken und Weitersagen
)